Das ist die Linux Mint-Version auf Basis von Ubuntu 7.04 und wir sind seit der BETA 012 hellauf begeistert und arbeiten seit Wochen ohne Probleme damit.
Hier die neuen Eckpunkte:
- Gnome 2.18 (speed improvements)
- Kernel 2.6.20.16(better hardware support)
- Ubuntu Feisty innovations (restricted-manager, desktop-effects, windows migration assistant, avahi)
- OpenOffice 2.2 (complete suite)
- Thunderbird replaces Evolution as the default email reader
- the Gimp is installed by default
- Gnome-control-center replaces mintConfig as the default control center application
- Both mintDisk (for internal drives) and NTFS-Config (for external drives) are present for NTFS support
- Support for Gnome Templates in mintDesktop
- mintInstall replaces gnome-app-install
- Drag & Drop support in mintMenu with many other improvements
- Sun Java 6 replaces Sun Java 5
- Compiz, Beryl and Emerald installed by default
INSTALLATION
Unser Test-PC:
Intel P4 3Ghz auf Abit IC7 Mainboard
2×512MB Corsair XMS DualChannel DDR PC3200
200GB PATA-HDD mit 10GB Linux-Root-Partition, 20GB XP-NTFS-Partion, 160GB Linux-ext3-Partition
2×120GB SATA als volle NTFS-Partitionen
ATI 9800PRO Grafikkarte
DVD Brenner NEC 3500 und LG H42L DVDRAM
LAN 100Mbit, AC97-Sound und USB 2.0 alle onboard
DELL P1130 20″ Monitor
Der neue Cassandra Boot-Screen mit neuem Logo und Motto “from freedom came elegance” gibt uns keine Möglichkeit mit F2 ins Deutsche zu wechseln… das macht aber nichts, denn sobald auf das Install-Icon geklickt wurde, hat man die Möglichkeit die Sprache, Tastatur und Zeitzone einzustellen. Nicht später wechseln - der Language-Support im Control-Center funktionierte nicht immer! Die grafische Installationsroutine ist auch für den Linux-Anfänger gut verständlich (trotzdem sollte man wissen, was eine Partition ist und wie diese heißen) und nachdem wir die automatische Partitionierung angewählt hatten, erkannte der Migrations-Manager auch unsere vorherige Installation von Linux Mint 3.0 in Englisch - das Importieren der Einstellungen nach Eingabe des Benutzernamens und des Passwortes war dann auch kein große Sache mehr. Bei einer Ubuntu 7.04 Installation auf eine Partition mit DreamLinux funktionierte das überhaupt nicht. Beide Systeme erkannten eine separate Windows-Partition nicht… leider.
Die CD Bootzeit von knapp unter 2 Minuten ist akzeptabel und das Abarbeiten der Installationsroutine mit anschließender Festplatteninstallation in rund 10 Minuten ohne irgendwelche Fehler sind guter Durchschnitt und auch der Linux-Neueinsteiger wird hier nicht auf die Probe gestellt. Andere Installationen, auch auf älteren Systemen und unter VMware, liefen absolut problemlos ab.
Konfiguration
Gleich nach den Reboot meldet sich pflichtgemäß der Update-Manager und es werden noch einighe Pakete aktualisiert. Die Hardware-Erkennung war vorbildlich und die Auswahl der Bildschirmauflösungen ließen dank der guten VGA-Treibereinbindung mit dem Restricted-Manager keine Wünsche offen. Wem das nicht ausreicht, der kann das grafische Tool xorg.conf starten und nach eigenem Geschmack die Einstellungen ändern - jedoch ist das Tool recht unübersichtlich gestaltet und erfordert schon tiefere Kenntnisse der Hardware und Linux-Parameter. Wer also nicht die gewünschte Auflösung zur Verfügung hat, kann diese schnell per Hand mit dem Befehl sudo vi /etc/X11/xorg.conf in die entsprechende Rubrik eingeben - das geht schneller. Um die neuesten proprietären Grafiktreiber zu installieren oder zu deinstallieren bietet Linux Mint 3.0 jetzt das grafische Tool Envy an. Wir wählen also den ATI-Treiber für unsere 9800pro an und können im Terminalfenster die Installation des Treibers verfolgen. Nach einem Neustart des X-Systems steht dieser auch zur Verfügung, will aber nicht so recht mit Beryl harmonieren und schneidet in den Fenstern die Topleiste ab, was ein minimieren oder vergrößern unmöglich macht.
Die 3D-Unterstützung ist direkt nach der Installation startbereit - einfach das Konfigurationstool für Beryl aus dem Menü aufrufen und es stehen einem so viele Konfigurationsmöglichkeiten zur Verfügung, das man mit dem Manager wohl den ganzen Tag mit Experimenten verbringen kann. Die Bedienung des 3D-Desktops als Cube ist wirklich einfach, denn man braucht nur das Mausrad drehen, um auf eine andere Würfelseite zu wechseln. Anfangs war ich etwas irritiert, da mein Desktop mit 4 Arbeitsflächen eingerichtet war und ich nicht mehr wie gewohnt in der Taskleiste wechseln konnte, denn in Wirklichkeit hatt ich jetzt 16 Arbeitsflächen zur Verfügung… nun, die braucht man nicht unbedingt. Führt man den Cursor in eine der Ecken, wird einem eine Übersicht aller geöffneten Fenster dargestellt und man braucht nur eines anzuklicken, um auf die entsprechende Arbeitsfläche zu wechseln. Wer es denn braucht, kann die Fenster auch zusammenklappen, von einer Arbeitsfläche mit Wobble-Effekt zur nächsten werfen und viele andere 3D-Effekte nutzen.
Der Emerald-Theme-Manager macht dann erst richtig Laune, alle Farben und Fenster im eigenen Stil einzurichten - auch hier sind an Gestaltungsmöglichkeiten keine Grenzen mehr gesetzt. Das Control-Center wirkt aufgeräumt und sehr übersichtlich und ist nach Gruppen geordnet. Hier kann man das komplette System nach dem eigenen Geschmack einstellen, wobei mintConfig noch ein spezielleres Tool für den Desktop darstellt. Windows Vista kann da nur einpacken und aufgeben… :o)



Netzwerk & Anwendungen
Firefox 2.0.0.3 bringt uns ohne weiteres via DSL ins Internet und Thunderbird 2.0.0.3 dient als eMail-Programm - war auch nicht anders zu erwarten und eine WLAN-Anbindung stellte auch keine Hürde für das System dar. Ein Klick auf Netzwerk und wir werden mit den freigegebenen Windows-Partitionen verbunden - der Lese- und Schreibzugriff stellt keine weiteren Anforderungen und funktioniert ganz einfach. Wer dies unterbinden will, kann das grafische Tool mintDisk öffnen und muss nur noch die Häkchen entsprechend abwählen. Sehr angenehm ist die Automountfunktion für NTFS-Partitionen, denn diese werden gleich nach dem Start auf unserem System als Icon dargestellt und man kann ohne Einschränkung Dateien aus dem Windowssystem bearbeiten und abspeichern - das wird viele “Teilumsteiger” eher dazu bewegen, es einmal mit Linux zu probieren.
OpenOffice 2.2 ist diesmal komplett vertreten (was viele freuen wird), Gimp 2.2 steht für die Bildbearbeitung (was gibt es Besseres?), F-Spot für die digitalen Bilder und unsere USB-Kamera wurde sofort erkannt. Neu in Linux Mint 3.0 ist Sun Java 6 Webunterstützung per Default, was die Darstellung vieler Internetseiten erleichtert. Der Multimedia-Bereich mit den bereits installierten Codecs - jedem Mint-User bekannt - spielt alles ab, was man Amarok und Videoplayer vorsetzt - so macht Linux auch dem Anfänger Spaß!
Wer mehr über die Belegung der Festplatten wissen möchte, findet im Zubehör ein tolles Tool zur grafischen Analyse der Festplattenbelegung mit entsprechend farbiger Darstellung. Hier lassen sich ganze Partitionen, Mountpoints, Verzeichnisse und Dateien einzeln darstellen, sowie ihre Position auf der Platte.
Die Suchfunktion für Dateien arbeitet schnell und zuverlässig und steht in keinem Vergleich zu früheren Linux-Versionen, die das System stark belasteten. Noch ein neues Programm ist das Wörterbuch, welches sich als ein ganzer Schrank voll Dictionaries entpuppte - wem jetzt noch die Worte fehlen, dem wird hier geholfen. Es findet sich schon eine große Anzahl an Anwendungen auf der 695MB großen CD und wem das nicht ausreicht, der kann mit derSynaptic-Paketverwaltung nach den fehlenden Programmen in einer übersichtlichen Gruppenverwaltung suchen und nach Herzenlust nachinstallieren und Überflüssiges wieder entfernen - hier stehen auch die entsprechenden “restricted” Repositories zur Verfügung.
Bislang verlief einfach alles reibungslos und zu guter letzt muss noch ein Drucker installiert werden. Also unter Administration den Drucker anklicken und nochmal auf neuer Drucker > da unser Drucker bereits eingeschaltet ist, erkennt die CUPS-Druckerverwaltung das Gerät sofort und weist ihm auch den richtigen Port der JetDirect-Netzwerkschnittstelle des HP-LJ8000 zu - jetzt nur noch den passenden Treiber zuweisen und der Drucker ist startbereit.



Fazit
Linux Mint 3.0 Cassandra hat schon als BETA bei uns die Feuerprobe bestanden und ist ein rundum gelungenes Produkt, dessen einfache Handhabung und gefälliges Design gerade dem Linux-Einsteiger gefallen wird. Klar Ubuntu kann das alles auch, aber es erfordert doch einiges an Nachinstallationen, die auch manchmal tiefere Linuskenntnisse erfordern. Die Community um Linux Mint ist nicht ohne Grund in so kurzer Zeit so gigantisch gewachsen - Ubuntu just works - Linux Mint works better! Linux Mint 3.0 wurde allein von unserem Server in den ersten 24 Stunden mehr als 2500x heruntergeladen!
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MD5: a4a19f1aabba1aca1eef66a22b3570c3